Die städtische FDP als Auto-Partei?

Ob es tatsächlich so einfach ist, der städtischen FDP die Reinkarnation der Auto-Partei zuzuschreiben, wenn zusätzliche ÖV-Ticket-Subventionen für Jugendliche von jährlich Fr. 750‘000.— anstehen? Dies ist zu oberflächlich. Es ist ein Fakt, dass die Stadt zu Stosszeiten ein Verkehrsproblem hat, das je länger je mehr volkswirtschaftlich schädlich sein wird, wenn die Stadt das Problem nicht in den Griff kriegt. In diesem Zusammenhang ist es denn auch mehr als fraglich, ob das Verkehrsreglement der Stadt, welches den motorisierten Individualverkehr plafonieren will, realistisch ist, um zur Lösung etwas beitragen zu können. Vielmehr ist es ein Fakt, dass die Mobilität als Ausfluss unseres Wohlstandes weiter zunehmen wird. Die FDP wird sich denn auch in Zukunft dafür stark machen, dass nicht einseitig in die Infrastruktur investiert wird. Die Mobilitätsbedürfnisse von Bevölkerung und Wirtschaft müssen gleichermassen befriedigt werden, was nur durch ein sinnvolle Investitionen in den ÖV und Individualverkehr erreicht werden kann. Deshalb ist die FDP dagegen, nach dem Giesskannenprinzip Subventionen für einige wenige auszuschütten, umso mehr, als dass die Stadt sich dies in der momentanen Situation auch schlicht nicht leisten kann.

St. Galler Tagblatt 25.5.2016 zum Artikel